Münchner Regenbogenbrücke




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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon Einstein1 » Fr 16. Apr 2010, 13:33

Lea

Meine Kleine,

Du warst das Sorgenkind von Eurem 3-er Rudel, als ich Euch vom TH Dachau in Pflege übernommen habe, Tumoroperation, Querschnittslähmung und in einem recht jämmerlichen Zustand ward Ihr ja alle 3... Und dann bist Du mir als Letzte aus dem Rudelchen übrig geblieben, hast die Inti mit Ilonas Franky wunderbar hinbekommen, hast Dich in seinen letzten Tagen so lieb gekümmert, ihm die besten Happen ins Häuschen getragen, bevor Du selbst gefressen hast, Du warst vom Wesen her immer etwas ganz Besonderes und eine ganz besonders Liebe und Süße :cry:

Nachdem dann auch Franky über die RBB gegangen war und Du wieder alleine übrig geblieben bist, ist Maggi zu Dir gezogen, eine viel zu junge, viel zu quirlige Zooladen-Mami, aber Ihr beide habt Euch nach kurzer Zeit gut arrangiert, viel gekuschelt, nie gestritten und Du hast Deine ganz eigene Moblilität wiedergefunden, die Du aus Rücksicht auf Franky ein bißchen vernachlässigt hattest - am Gitter rauf und runter hast Du mit den Vorderbeinchen die Behinderung immer ausgeglichen und Dich nicht davon abhalten lassen, überall hinzukommen, wo Du hin wolltest - und so ward Ihr wenigstens noch eine ganz kurze Zeit beide nicht alleine und zusammen unterwegs und zufrieden :cry:

Und dann ging seit gestern Morgen alles so schnell - Dein Gesicht war angeschwollen, Dein rechtes Auge innerhalb weniger Stunden aufgequollen und aus der Höhle gedrückt, der Tumor brach über Nacht am linken Auge und Kiefer nach außen durch - unfassbar :wein2:
Die fragwürdige Option, Dein Auge zu entfernen und ein bißchen an einem vermutlich extrem bösartigen Tumor im Gesichtsknochenbereich herumzuschneiden, ein bißchen herumzuprobieren, wie lange man die Geschichte noch rauszögern kann, ich habe schweren Herzens anders für Dich entschieden!

Bis heute morgen hattest Du trotz Deiner Behinderung Lebensqualität und Lebensfreude - und daran wollte ich nichts ändern! Ich wollte nicht, dass Du noch mehr eingeschränkt wirst, leidest, noch mehr Schmerzen hast, als Dein Auge gestern und heute vermutlich sowieso schon verursacht hatte... Ich denke, Du hattest eine ganz gute Zeit hier und so sollst Du Dein Leben auch in Erinnerung behalten, auch wenn es mir unendlich schwer gefallen ist, Dich heute gehen zu lassen :cry:

Lea, grüß mir Dego, Dalia, Franky und alle anderen, die Du auf der Käsewolke treffen wirst - hinter der Regenbogenbrücke gehen bestimmt auch wieder alle 4 Beinchen,
meine Liebe, mach es gut,

unendlich traurig
Sylvia
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon Lisa71 » Fr 16. Apr 2010, 15:44

Hey.
Hier auch noch mal herzliches Beileid von mir...
Habe mit Lea ja auch die eine oder andere Schmuse-Stunde hinter mir, sie war wirklich ne ganz ganz süße Maus nd auch ein guter Beweis dafür, daß eine behinderte Ratte auch ein schönes Rattenleben haben kann.
LG, Kirsten
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon chipi » So 18. Apr 2010, 12:18

Och Mensch... tut mir sehr leid :(
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon sully » So 18. Apr 2010, 17:55

Hallo Sylvia,

es tut mir von ganzem Herzen leid das die kleine Maus so plötzlich gehen musste....
Ich weiß wie gern du sie hattest, sie war halt was besonderes!

Du hast ihr und ihren beiden Kumpels ein tolles zu Hause gegeben und alles für sie getan, dafür vielen, vielen Dank!!!!!

Ich weiß gar nicht so genau was ich schreiben soll es tut mir so leid :wein2:

Liebe Grüße Ili
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon Einstein1 » Mo 19. Apr 2010, 07:11

Lisa71 hat geschrieben:ein guter Beweis dafür, daß eine behinderte Ratte auch ein schönes Rattenleben haben kann


Ja!!! :)
Sie war ein gutes Beispiel dafür, dass man Ratten, die eine Behinderung haben, ein schönes Leben ermöglichen kann, dass Lebensqualität und Lebensfreude nicht zwingend mit dem Fehlen einer Behinderung verbunden sein müssen und dass Wesen und das Ausschöpfen der Möglichkeiten, die einem behinderten Tier bleiben können, 1000 mal wichtiger ist, als Aussehen und optische Unversehrtheit!!!
(dank Unterstützung aus den menschlichen Querschnittreihen in meinem Umfeld haben wir ja wirklich fast optimale Käfiglösungen gefunden - und auch die richtige Einstellung ;) )
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon am3is3 » Di 4. Mai 2010, 21:16

Hilda

Gestern ist unsere kleine Hilda von uns gegangen. :wein2:
Vor ca. 2 Wochen waren wir mit dir beim TA, da du so abgenommen hattest und dadurch auch Anzeichen von Bumbles bekommen hast. Bei der Untersuchung fiel der TA auf, dass dein Herz und deine Lunge nicht mehr richtig rund liefen.
Am Samstag hast du dich wohl mit einen deiner Freunde gerauft und dir dabei dein Auge so verletzt, dass es ausgelaufen ist. Am Montag stand der OP-Termin zur Augenentfernung an und uns war klar, dass es für dich nicht leicht wird. Während der OP hast du kurzzeitig aufgehört zu atmen und musstest mit Sauerstoff versorgt werden. Als wir dich abgeholt haben warst du nocht nicht ganz da und hast auch schwer geatmet. Als du wieder zuhause warst, fiel dir das Atmen immer schwerer und bist dann recht bald in Ilis Händen eingeschlafen :(
Du wirst uns fehlen kleine Maus. Du warst ne kleine Kämpferin, du bist als einzige alleine ins große Rudel gekommen ohne Unterstützung von Rudelkameraden... du hast dich super geschlagen und hast nie Probleme gemacht, und das obwohl du auch ganz anders kannst. Bevor du zu uns gekommen bist tats du deinen Unmut so kund, dass du der Pflegerin bei den "Tierfreunden Brucker Land" glatt die Strecksehne am Finger durchgebissen hast. Bei uns warst du immer ein kleiner Engel... vllt. war es deine Art Danke für ein schönes Zuhause zu sagen.

Wir wünschen dir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke.. grüß deine alten Freunde (unser Seniorenrudel) von uns... :wein1:
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon LadyValo » Mi 5. Mai 2010, 06:12

Ohwehh!! Das tut mir sehr sehr leid für euch!!! :wein1:
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon Einstein1 » Mi 5. Mai 2010, 08:37

Das tut mir leid :wein2: die arme Kleine :cry:

Hilda, Dir alles Gute auf dem Weg über die Regenbogenbrücke und lass es Dir gut gehen!

LG Sylvia
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon Lisa71 » Mi 5. Mai 2010, 10:22

Von mir hier auch noch mal mein Beileid... :cry:
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Re: Münchner Regenbogenbrücke

Beitragvon judith » Sa 5. Jun 2010, 07:14

Keine Münchnerin, aber ein Münchner Herz im Sturm erobert und dann in einer schlimmen Tragödie wieder zurückgelassen...

Bild
Baby... nur 3 Wochen

Ein Anruf kam am Mittag. Ein kleines Rattenbaby auf dem Hof einer Tierpension, mitten in der Sonne gesessen und nicht gut drauf und läuft nicht weg.
Per Telefon wurde Anweisung gegeben, Flüssigkeit zu geben, möglichst mit Traubenzucker und irgendwas breiförmiges, und ab in den Schatten damit. Eine Stunde später der Anruf, es geht ihm schlechter, es sitzt nur noch apathisch in der Ecke und rührt sich nicht und fressen und trinken mags auch nicht. Und man kommt nicht von der Arbeit weg zum Tierarzt.

Natürlich haben wir alles stehen und liegen gelassen und sind losgefahren. Eine Stunde später etwa waren wir auch da und wurden zu dem kleinen Käfig geführt, wo ein kleines Etwas reglos auf der Seite lag, steif und mit offenen Augen und verschmiertem Maul. Die ist tot, haben wir festgestellt und so hätte sie schon seit einer viertel Stunde dagelegen. Leichte Zuckungen nur noch, aber das ist bei frisch gestorbenen Tieren ja schonmal.
Ich hab es rausgenommen und wir haben es genauer angesehen. Und, oweh, es atmete tatsächlich noch, ganz wenig und flach und nur ganz langsam. Es war noch am Leben, auch wenn es im Koma lag, die Augen offen und keine Reflexe mehr. Gar nichts mehr, nur blutleere kalte und schlaffe Füßchen, trockene offene Augen und das Maul noch voll von Brei, den es genommen haben wird, bevor es umgefallen ist.
Ich habs geschnappt, auf ein Handtuch drauf und im Schatten kräftig massiert... die Atmung wurde etwas besser, stärker und schneller. Aber trotzdem nichts, alle Rippen waren zu spüren und die Haut blieb stehen, wo man sie hingeschoben hat... völlig ausgetrocknet.

Wärend ich gerieben und massiert hab, hat Dagmar und die Finderin eine Infusion aufgetrieben, immerhin Flüssigkeit. Da bekam sie was unter die Haut und dann sind wir mit dem Auto losgedüst. Das war eine intensive Zeit, die Fahrt hat sich ewig gezogen, vielleicht ne dreiviertel Stunde, und die ganze Zeit lag das Kleine im Koma. Ich hab massiert was das Zeug gehalten hat, hab sie atemerleichternd gelagert auf meinen Fingern und wenn die Atmung schlechter wurde den Hintern hochgelagert, dass das Blut ins Hirn fließt. Wenn ich das gemacht hab, ist sie manchmal sogar ein bischen zu sich gekommen, manchmal kamen die Reflexe kurz wieder, ein zweimal hat sie sogar die Pfoten bewegt, einmal sogar kurz den Kopf gehoben und einen Schritt bewegt, um dann sofort wieder zusammen zu brechen und weg zu sein. Die Augen immer wieder zugemacht, dass sie nicht austrocknen. Ein Kampf um Leben und tot mit 17g Ratte zwischen zwei Fingern und keiner wollte daran denken, ob sie noch eine Chance hat.

5min bevor wir in die Praxis des Tierarztes kamen, hat sie mit Schnappatmung angefangen, das waren insgesamt 10min, sicher, wenn nicht noch mehr. Da lag sie im Koma und hatte Schnappatmung und lag so mit ihren 17g auf dem Behandlungstisch und der Tierarzt glaubte nicht mehr so recht an einen Sinn, aber nun würde man es mal versuchen. Der Bauch wurde geschoren und intraperitoneal (in den Bauch) eine Infusion gegeben, noch eine Spritze unter die Haut mit Energiecocktail und Kreislauftropfen ins Maul. Dann bekam ich sie mit und musste im Wartezimmer warten und hoffen, sie immer massierend und warm haltend und fest daran glauben...
Kurz nach der ip-Spritze wurde die Atmung schon wieder stärker und 10min später war der Kopf wieder aufrecht und 30min später war sie wieder eine lebendige Ratte mit offenen Augen die schauen, neugierigem Schnüffeln und ersten Versuchen, weg zu krabbeln. Und da krabbelte sie also auf mir herum und auf der Hand hat sie sich hingesetzt und die Perlen an meinem Armband genuckelt und am Band geknabbert. Und dann hat sie ganz lang an einer Melone geleckt und gesaugt und als wir sie mit nach Hause genommen haben war sie eine süße, 3 Wochen alte, lebendige Ratte, wie alle sind in ihrem Alter...

Freundschaften, die im Koma geschlossen werden, sind besonders intensiv... *smile*
Sie hing an mir und kam mir immer hinterher, wollte immer unbedingt auf die Hand und am Liebsten lag sie ganz lange in meinem Dekolletté wie in einer Hängematte und hat die Nähe genossen und die Wärme und geschlafen und ab und an wieder geknuspert, geklettert und an meinen Fingern genuckelt. Das hat sie geliebt, das konnte sie stundenlang. Sie war mein Baby, sie war wunderbar, die Aufzuchtmilch fand sie super und hat überhaupt keine Anstalten gemacht, mit irgendwas davon Probleme zu haben... sie war mein Baby...

Bild

Alles war so herrlich, sie war ein 97%-Weibchen, mehr konnten wir nicht sagen, keiner war sich ganz sicher. Ich konnte sie nicht mehr hergeben, ich wollte sie mitnehmen und es wurde schon geplant - irgendwie wäre es schon gegangen, weil sich von ihr Trennen wäre nie mehr gegangen, sie war mein Baby und ich hab sie sehr geliebt, manchmal reichen für sowas auch wenige Stunden. Zumindest wenn es solche sind. Wenn man sie mit den eigenen Händen so lange Zeit am Leben hält, für sie kämpft und sie langsam wieder zurückkehren sieht, sich durchkämpfen und so schnell an mich gewöhnen... es wär schon irgendwie gegangen, hätte es müssen.
Die meisten Ratten könnte man leicht wieder abgeben, aber die nicht, ich hab mich so sehr auf alles gefreut, die Handaufzucht, das Aufstehen in der nacht, das Milch anrühren und füttern, das Bäuchlein massieren und schließlich das Miterleben, wie sie zu anderen Ratten kann und groß wird...

Alles war perfekt.
Bis sie dann tot war. Einfach so.
Spät Nachts wurde sie dämmriger, es ging ihr schlechter, aber wir konnten ihr nichts mehr geben, alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Sie musste es alleine schaffen...
Hat sie aber nicht. Und so hat die kleine Maus furchtbares erlebt, ist grausam gestorben, dann nochmal aufgeweckt worden und durfte noch einmal Nähe erfahren, Kontakt, Fressen und Trinken soviel man kann und eine kleine Bindung an ein anderes Wesen, das ein Mensch war... kurz nochmal leben dürfen und dann eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.

Ich vermisse dich wahnsinnig, wir beide, beide haben wir um dich geweint und du wirst noch lange Zeit fehlen und wirst nie niemals vergessen...

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