El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung




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El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Mo 1. Dez 2008, 19:27

El Niño (spanisch für „der Junge“ oder auch „das Kind“) nennt man das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks. Der Name ist vom Zeitpunkt des Auftretens abgeleitet, nämlich zur Weihnachtszeit ....(Wikipedia)

Diesen Namen hat der liebe Gerry nun bekommen.
Und liest man die Beschreibung des El Niño, glaubt man, dass es die Beschreibung eines Gerry in Wetter-Wasser-Form ist. Eine absolut unbegreifliche Ausnahmeerscheinung mit viel Aufruhr und Energie, große Wellen und Zerstörung.

Mein El Niño kommt aus dem Tierheim Dachau. Er ist vielleicht ein Jahr alt und wurde bis dahin furchtbar gehalten. Man weiß nur, dass er alleine in einem winzigen Hamsterknast saß. Aber warum er davon so verstört wurde? Er muss schlimmes erlebt haben.

Dort wurde er kastriert und dann zu sully gebracht. Auch zur Nachkontrolle musste er in Narkose gelegt werden.
Und er hat in alles gebissen. Selbst in das Streu, das hinter ihm runtergefallen ist.

Stereotype, die wenig Hoffnung auf eine Heilung machen...
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Mo 1. Dez 2008, 19:47

1. Treffen

El Niño liegt versteckt in seinem Häuschen. Ein hübscher, blau-brauner Hooded, offensichtlich gesund und mit wachen Augen.
Wir bringen einen Holzlöffel ganz langsam in seine Nähe... er baut sich aus, reißt den Mund auf, droht - und hackt hinein.
Auch bei jeder weiteren Bewegung, erst Aufbauen, Mund Öffnen, Drohen und Reinbeißen. Egal was. Selbst in Essbares wird bedroht und gehackt.

Als wir länger mit ihm sprechen, beginnt er, sein gesamtes Streu aus dem Häuschen zu schieben. Das dauert lang, aber er scharrt wegen jedem kleinen Krümel und hört erst auf, als auch der letzte Fitzel draußen ist.
Der große Erfolg des Tages ist, dass er eine Weile draußen bleibt, um sich Kuchenkrümel von der Pinzette zu nehmen...
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Mo 1. Dez 2008, 20:21

1. Tag (Do, 27.11.)

Wir lassen ihm vom Häuschen raus in die Transportbox plumpsen. Blos keine Hände in Reichweite bringen, er schnaubt schon aufgeregt.
In der Box raschelt er erst ne Weile, dann wird er ganz erstaunlich ruhig. Eine ganz neue Erfahrung mit ihm! Er sitzt ruhig da drin und nimmt kleine Drops-Krümel aus der Hand brav von den Fingern, ohne auch nur zu versuchen zu beißen. Er knabbert begeistert seine Katzenkekse.
Auch unterwegs ist er ruhig.

Er krabbelt friedlich aus der Box in den Krankenkäfig, und anstatt panisch wie erwartet durch den Käfig in die nächste Höhle zu hetzen, watschelt er ruhig alles ab, beschnüffelt alles, schaut sich alles an und knabbert die Kekse an, die er so findet unterwegs. Er ist nicht wieder zu erkennen, er ist neugierig und friedlich, schnüffelt sogar ab und zu kurz an meiner Hand. Erst nach einer halben Stunde betritt er seinen Iglu.

Den Rest des Tages üben wir das Tür öffnen. Im 5min-Takt geht die Käfigtür auf und zu und immer wieder gibt es dazwischen Vitaminpaste. Er schnorchelt sehr uns niest ganz viel, da kann die nicht schaden und er ist richtig verrückt danach :D
Am Ende des Tages kann ich ihm die Hand hinhalten, er schnüffelt am Handrücken entlang und sobald er bei den Fingern ankommt, zwickt er leicht hinein und huscht davon. Und dann nochmal. Er ist direkt frech!
Aber ich lass es lieber, bevor er sich daran gewöhnt.


2. Tag

El Niño war die ganze Nacht unterwegs und hat sich alles angeschaut und vor sich hin geniest.
Wir üben weiter die Tür, langsam wird er ruhiger dabei und guckt schon zum Häuschen raus. Außerdem beginnen wir, ihm mein Schnalzen bei zu bringen. Erst wird durchgehend geschnalzt und er bekommt Paste, wenn er herguckt. Dann wird nur noch einmal geschnalzt und er bekommt die Paste auch nur, wenn er kommt. Mit dem Hacken in die Pastentube hört er langsam auf.
Die Paste auf dem Handrücken schleckt er auf, bis er die Hand darunter bemerkt und dann kneift er rein. Auch hier sofort Ende. Er wirkt nervöser als gestern.


3. Tag (Sa, 29.11.)

Diese Nacht war er sehr nervös. Hektisch ist er zum Futternapf gehuscht und hat sich das Futter geholt und sofort wieder versteckt. Der Verdacht erhärtet sich, dass in ihm wohl ein verkappter Revierbeißer steckt.
Aber dafür mag er kleine Rattima-Kekse. Und die nimmt er schon brav zwischen den Fingern raus. Und er kommt schon, wenn ich schnalze.
Donnie schnüffelt am Käfig und El Niño sprintet panisch davon. Aber er guckt neugierig wieder raus.


4. Tag (So, 30.11.)

Ich ziehe um, aber fürs Kekse nehmen üben ist immer Zeit.
Er schläft auch wahnsinnig viel und total süß. Rollt sich kopfüber ein oder liegt steif auf der Seite ;) Absolut süß!
Mit dem Essen abnehmen klappt das aber nicht überall. Die Banane kannte er wohl noch nicht, da hat er erstmal rumgeschnüffelt und dann lieber erstmal in den Finger gebissen, was ihm vertrauter schien als die Banane :D

Das war unser erstes richtiges Mal also. Geblutet hats wie Sau, aber so solls ja sein ;) Ich nehm`s ihm nicht übel.
Aber ich werd bald den Käfig grundreinigen in der Hoffnung, dass er dann wieder lockerer wird.
Soweit gehts ihm sehr gut, ich geb ihm jeden Tag ein bischen Schleimlöser mit der Vitaminpaste und das Niesen lässt allmälich nach.
Ich geb ihm noch ein paar wenige Tage, bis ich den Gang frei hab, und dann gehen wir in unsren ersten Auslauf. Wir haben ein straffes Programm ;)
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Di 2. Dez 2008, 21:46

Mein kleiner Orkan hat sich gelegt.
Er ist nachtaktiv, eindeutig. Und es will was heißen, wenn er aktiv wird, nachdem ich schlafen geh, weil ich geh ja schon sehr spät schlafen. Er schläft den ganzen Tag durch, ich muss ihn schon wecken, dass er nen Imbis zu sich nimmt. Aber auf der anderen Seite wirkt er entspannter und ich lasse ihn gewähren damit.
Der Käfig bleibt den ganzen Tag über offen, so dass er sich an meine Anwesenheit gewöhnen muss.

Heut hab ich ihn mit Häuschen ins Bad gestellt, wärend ich den Käfig sauber gemacht hab. Leider hat er das Angebot nicht genutzt. Aber ich hatte auch keine Zeit.
Es fällt schon auf, in neu sauberem Käfig ist er aufgeweckter und untersucht alles neugierig.
So macht er schon Fortschritte, er kommt, wenn ich locke - natürlich nicht ganz, aber das wäre auch zuviel verlangt.
Fremde Ratten machen ihm Angst. Wenn Donnie auf meinem Arm vor dem Käfig sitzt, fängt Niño wieder an die Paste zu tackern und Kekse zu bedrohen.

Der Biss des Tages war derselbe wie Sonntag, den hab ich mir nur selber wieder aufgerissen beim Schuhe anziehen ^^ Aua.
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Mi 3. Dez 2008, 21:50

Heut hab ich sicher einiges kaputt gemacht :(
Aber das musste sein. Irgendwie sah sein Popo gestern schon dicker aus und dann gings nicht anderst, ich musste mir das anschauen.
Am Ende hab ich alle Einrichtung aus dem Käfig genommen und musste ihn am Schwanz hochziehen, um sehen zu können ohne gleich tausend Fleischwunden in der Hand zu haben. Er hat gepieselt und geknödelt vor lauter Schreck *schnif*

Naja, das wird wohl noch schlimmer werden bald. Ein Ex-Hoden ist arg dick geworden in kurzer Zeit jetzt. Wir müssen also zum Arzt, am besten morgen schon. Vorher ruf ich aber in der Früh mal an, damit wir eine Taktik ausmachen können, wie wir ihn zur Ruhe bringen können... Ich mag nicht, dass die Tierärztin wegen mir länger ausfällt *hüstel*

Leider kann ich mir kaum vorstellen, dass das mit AB viel besser wird. Wenn, dann überlegen wir uns das nochmal wegen dem Niesen, auch wenn das schon viel besser geworden ist. Aber bei Abszessen hab ich da noch nie großartig viel Besserung gesehen. Insofern muss man wohl ne Kurznarkose drauf und dann spülen...

Armer Kerl :(
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Do 4. Dez 2008, 10:13

Gnagh. Morgen also haben wir unsren Termin, ich liefere ihn bei der Ärztin ab und dann wird er unter Narkose untersucht und behandelt. :?
Huh, ich bin nervös.
Er ist schon fit, aber ich bin nicht so begeistert davon, dass ne Ratte so viele Narkosen kriegt in so kurzer Zeit... Zumal das vll nicht die letzte sein wird.

Naja, heute wird noch mit vielen Keksen verwöhnt. Wollte grad ein Foto schießen, der ist so schnell, dass ich immer nur ne Nasenspitze auf dem Bild hab :D
Und jetzt gibts kein Foto mehr, weil er satt ist ;) Das hab ich auch noch nicht geschafft.
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon sully » Do 4. Dez 2008, 17:04

Oh der arme kleine Mann :(
Ich drück euch die Daumen das alles gut geht.
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Fr 5. Dez 2008, 12:23

Eigentlich hätte ich ihm ja ne wärmflasche ins häuschen getan, aber wenn er lieber aufm arm schläft... *mit einer hand leise tipp*

Bild

ich bin etwas besorgt um ihn, aber bisher atmet er ruhig und gleichmäßig u vorhin hat er ordentlich viel gurke gegessen... werd ihn nachher mal wecken.

so sieht der po jetzt aus, musste viel abgestorbene haut entfernt werden, keine leichte sache.. :(
Bild
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Fr 5. Dez 2008, 15:22

Das ist die ganz neue Mode:
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Wenn die Arme einschlafen ^^ Sehr praktisch.

Hab mit der Ärztin telefoniert, sie sagt das ist noch normal, wenn er so lang nachschläft <.< Sonst hab ich die Ratten auch später wieder gekriegt. Und er hat vor der Gasnarkose ne ordentliche Beruhigungsspritze gekriegt, sonst wär da mit dem Gas auch gar kein Rankommen gewesen. Und dieses Beruhigungsmittel schläft er jetzt aus...
Generell wird es auch besser, anfangs war er ja fast komatös. Jetzt zuckt er immer wieder mal mit der Nase, niest, ist zwischendrin auch mal wach geworden und hat Paste gemampft. Und als es nichts mehr gab ist er wieder eingeschlafen.

Meine armen Nerven.
Nu streckt er sich und gähnt...

Nächstes mal hol ich meine Ratten auf jedem Fall wieder nach der Aufwachphase ab ^^ Aber ich dachte, das ist DIE Gelegenheit, ihn an Körpernähe zu gewöhnen. Und so muss ich nicht immer gucken, dass er nicht auskühlt.

Eine Kralle hat er beim Tierarzt verloren, das hab ich grad rausgefunden. Armer Kerl. Aber ich glaub, das ist im Moment eher ein kleines Problem, wenn man an das große Loch im Po denkt ^^
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Re: El Niño - Tagebuch einer Ausnahmeerscheinung

Beitragvon judith » Fr 5. Dez 2008, 21:19

Niño gehts wieder ganz gut.

5 Stunden hing er da in meinem Pullover und war im Tiefschlaf. Ich hab echt Ängste durchgestanden...
Dann ist er aufgewacht und hat etwas gegessen, aber hat dann wieder festgestellt dass er Streicheln toll findet. Lag dann da und hat geknuspert und das Kuscheln genossen. Immer wieder geknabbert und dann wieder dem Streicheln den Vorrang gegeben. Das hat er lang ganz süß genossen, ich dachte das Eis ist gebrochen.

Naja, irgendwann hat er dann wohl gemerkt, dass das doch eigentlich komisch ist, was er da macht. Also hat er herzhaft in den Daumen gebissen und sich erstmal von mir schimpfen lassen lange. Aber ich dachte, wer beißen kann, dem gehts wohl nicht so schlecht, seitdem sitzt er wieder in seinem Krankenkäfig und hat schon allerlei gefressen.

Und ich bin fix und fertig, erst so früh aufgestanden für ihn und dann die Dauerwache.

Bin ja mal gespannt, wieviel davon hängen bleibt, oder ob er sich da schon morgen nicht mehr dran erinnert ^^
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